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Kadebostan & Laolu
Come Back To Me
FAT 059

 

VINYL RELEASE: 15.10.2012

DISTRIBUTED BY KOMPAKT

DIGITAL RELEASE: 19.10.2012

DISTRIBUTED BY FINETUNES

A. The Tiger
07:08
B1. Come Back To Me
05:31
B2. No Sun
05:40
MUSIKINFO

Monsieur Kadebostan (gerade aus dem schönen sonnigen Genf ins lauschige Lausanne verzogen) ist - man weiß es inzwischen - ein höchst vielseitiger Mensch. Wie schon vordem die großen Kollegen Matthew Herbert oder Jamie Lidell steckt er als gestandener Elektroniker seine Nase gern auch in zerbeulte Tubas, in zerlesene orientalische Volksliedhefte oder auch Musikkeller im hintersten Weißrussland. Aus dieser wahrlich allumfassenden Musikliebe entstanden nicht nur Dutzende Veröffentlichungen für Freude am Tanzen, Fenou oder Mental Groove, sondern auch eine echte Nationalhymnenband für den eigenen Operettenstaat Kadebostany, samt Helm und Orden und gehörigem Tamtam.

Aber trotz oder gerade WEGEN dieser Ausflüge ist und bleibt Kadebostan weiterhin vor allem eines: ein großmächtiger Clubnachtromantiker mit Vorlieben für brettharte House-Beats wie auch ungewöhnliche Arrangements, ob als Live-Act oder DJ.

Diese Gabe demonstriert er auf der neuen EP "Come back to me" eindrucksvoll zusammen mit seinem Genfer DJ-Kollegen Laolu (denen schon einige gemeinsame Veröffentlichungen voraus gingen, zB "Salomé" auf Fenou). Und diese Scheibe ist schlichtweg große Elektronik-Kunst von und für Kenner (und zwar sowohl musikalisch als auch in Sachen Tanz-Glücksgefühl). Da schicken fette, knarzige 90er-Elektronik-Beats wohlige Schauer über die Tanzrücken, da brüllen elektronische Tiger (und der DJ lacht), da dampft die Tanzfläche zu, ach wie schön, fast vergessenen quasi-nostalgischen Detroit-Synthies, und von irgendwo her kommt die wunderbarste orientalisch verzerrte Gitarre der Welt und richtet den Blick gegen Sonnenaufgang. Und dies alles auf einer einzigen, schmalen House-EP. Ja, gute Tanzmusik kann komplex UND ganz körperlich sein. Danke, Kadebostan und Laolu!




TRACK INFORMATIONEN

A. The Tiger

Ein wahrhaft monströses, schweiß- und glückstreibendes Untier von einem House-Track, fast schon eine epische Reise durch die Geschichte, trotzdem fett und bretthart wie nur was. Zu extrem fetten, knarzigen 90er-Elektronik-Beats mischt sich ein untergründiger Bass, ein verstärkter Tiger brüllt durch den Club, und wenn alle vor dampfender Bewegung aufjuchzen, dann kommt - wann hat man das zuletzt im House-Bereich gehört - eine heftigst verzerrte Rockgitarre hinzu. Auch noch mit orientalisch angehauchten Hochgeschwindigkeitsläufen. Zum Niederknien.


B1. Come Back to Me 

Zu klaren, untergründig-ätherischen House-Beats mischt sich knarzige Elektronik, winzige Tempoverschiebungen würzen das Ganze, bis der swingende Jazz-Sample einsetzt. Kurz verschnauft, kurz den Sonnenstrahl bewundert, und weiter geht es auf dem Elektronik-Zug.


B2.  No Sun

Die zweite B-Seite zeigt ein drittes, wieder anderes Kadebostan-Laolu-Gesicht: ganz elektronisch, ganz synthetisch, fast schon Synthie-Pop-angehaucht, wären die Beats nicht so knochentrocken und selbstironisch, und käme nicht auch hier die typische Kadebostan-Vorliebe für fetteste Höhepunkte und orientalische Harmonien zum Tragen.