Mittwoch, 07.01.2009

HemmannKaden big
 
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Marek Hemmann
Marek Hemmann, Jahrgang 79, wusste schon immer dass er Musik machen würde. Nach anfänglichen Versuchen auf der Gitarre, die ihm von den klanglichen Möglichkeiten schon recht bald zu beschränkt erschien, entdeckte er im Laufe der Zeit die elektronische Musik für sich. Das kam nicht von ungefähr, die Begeisterung dafür ist durch den Besuch erster Technopartys entstanden. Der DJ als Anti-Rockstar – das hatte was. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Leute, die Musik im Zusammenspiel mit Licht, und deren Wirkung – das war der Indikator. Angefangen hat dann alles in seiner früheren WG – mit einem Sampler und Synthesizer. Es folgten ein paar Jahre intensives Schrauben und Drehen an Reglern von Montag bis Freitag, am Wochenende dann ausgiebiges Feiern und Inspirationssuche in den Clubs. Immer wieder wurden Töne und Geräusche aufgenommen, archiviert und arrangiert. Aus ein paar Samples ist recht bald eine umfangreiche Sammlung entstanden, aus deren Fundus im Laufe der Zeit immer neue Stücke entstehen. Der Umgang mit der Technik ist für ihn dennoch eher spielerisch und das Bestreben liegt nicht darin Sklave der Technik zu werden, was auch seine weniger-ist-mehr Strategie in Sachen Equipment begründet. Mit der Zeit entwickelte sich das natürliche Bedürfnis eines jeden Musikers seine musikalischen Ideen anderen Leuten mitzuteilen, und so sammelte er bereits 1999 auf kleineren Partys in Gera und Umgebung erste Erfahrungen als Liveact. Beflügelt durch die positive Resonanz wurden die Sets ständig verändert und weiterentwickelt. Seine Liebe zur Housemusik ist nun umso deutlicher in den aktuellen Livesets zu hören. Tiefe Bässe treffen auf Stimmfragmente, Shaker und Percussions tragen den Rhythmus – funky Minimaltechno mit Freiräumen für andere musikalische Elemente. Dadurch erhält Marek einen eigenen Stil, der ihn immer wieder aufs Neue kennzeichnet – Powerbook aufgeklappt und los geht’s...
 
Mathias Kaden
Schweiss und Scheitel im technoiden Sausehimmel!
Es kam schon vor, das im Club Muna, welcher der Resident Strand, des auf diesem Pamphlet biografierten Sportlers ist, das Auditorium nach der letzten Platte die Mathias Kaden durch die Griffel marschierte, noch immer zuckend, lauthals krakeelte : „Ein Mathew Kaden, es gibt nur ein Mathew Kaden, ein Mathew Kaaaaaaaden, es gibt nur ein Mathew Kaaaaden“ Ist ja auch kein Wunder, denn Herr Kaden ist ja auch mit Otto Rehhagel in ungerader Lebenslinie verwandt. So lieber Lesender, bis auf die erste Zeile, ist bisher alles mit Zeigefinger am unteren Augenlied heruntergezogen, aufgekritzelt wurden. Unbestritten ist die Tatsache, das Mathias Kaden seit ca. 13 Jahren Hochleitungssportler in der Disziplin Plattenwerfen ist. Als Trainings- und Wettkampfgerätschaften dienen ihm 2 Schallplattenspieler, ein Mixer und seine mit Sorgfalt ausgewählten Vinylitäten, mit denen er regelmäßig, nächtlich, Zuhörer und Zukucker zum gemeinsamen sportiven Ringelpietz auf die Tanzfläche zwingt. Die Devise ist dabei: Runter von den Rängen, Steh und Sitzplatz verlassen und rein in den Innenraum, um gemeinsam zu den Klängen aus Kadens Schatulle ein paar Langstreckenrunden zu absolvieren. Dabei nimmt der Darbieter selbst eine unwiderstehliche Abgehhaltung hinter den Blöcken ein. Denn aus den Boxen quillt ein anspruchsvolles Konglomerat aus House & Techno, das ohne Anbiederung an irgendwelche Hypes, mit Hochachtung an zurückliegende Genres, das Urwollen der menschlichen Bewegung herausfordert. Egal ob Opening, Primetime, Abfahrt am Ende, mit Gespür fürs Publikum und Location, wird ein Set aus dem Trainingslager entlassen, das ohne Eintönigkeit, folgende Attribute von bis, soundstrukturell beinhalten kann: minimal, funky, freaky, galoppierend, frickelig, marschierend, hüpfend, knallend, dubig, geradeaus um die Ecke.

Zusammen mit seinem Intimi Marek Hemmann ist er releasetechnisch als Trainerduo Hemmann & Kaden unterwegs. Neben dem residenten Platz auf der Trainerbank der Muna/Bad Klosterlausnitz, kümmert er sich am selben Ort um die eigene Veranstaltungsreihe Freshblood, mit exzellenter Nachwuchsarbeit. Zudem ist er mitverantwortlich für die Klanglauf-Veranstaltungen im Kassablanca Jena, die er als DJ und Organisator betreut. Hörer & Tänzer macht mal Urlaub vom Ich und lasst die Klänge dieses jungen Mannes in Euren Ohren platzieren. Dem Beschreibergefasel soll hiermit wahrlich genüge getan sein, denn wie sagte mal irgendwer von Schläue befallen: „Über Musik zu schreiben, ist wie, zu Architektur zu tanzen!“
 
 
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