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Kadebostan
The Gold Retrospective 2007–2012
FATCD 007

 

CD RELEASE: 05.11.2012

DISTRIBUTED BY KOMPAKT

DIGITAL RELEASE: 09.11.2012

DISTRIBUTED BY FINETUNES

01. Entroducing Kadebostan
06:56
02. Love in Looxor
06:45
03. Ruff Dancer
07:15
04. 5.15 am
05:51
05. The souk
08:08
06. Sofia on Stage
04:05
07. Caracas Soul
07:39
08. Mon Petit Soleil d’Algérie
07:45
09. Laolu - O Fantasma (Kadebostan Tigercity Remix Part 3)
10:42
10. Batalla en el Cielo
03:44
11. Salomé (Kadebostan Version)
04:58
12. Mother Cries
05:28
MUSIKINFO

Eine Platte wie die diese gehört selbstverständlich in Gold verpackt, mit Sternschnuppen garniert und auf Rosenplattenteller gebettet. Sie ist Ying und Yang, Laurel und Hardy, Spaghetti und Tomatensosse, sie ist: alles. Und niemals nichts. Im Clubkeller reinstes Dynamit, bei Lichte gehört beseelte Musikleidenschaft, in stillen Stunden daheim auch feines Sehnsuchtsleuchten.

"The Gold Retrospective" ist die Essenz aus fünf Jahren musikalischer Tiefenbohrung, die Monsieur Kadebostan nun schon bei den Labels FENOU und Freude am Tanzen unternimmt. Kadebostan zelebriert feinste elektronische Handwerkskunst aus Deep House und temporeduziertem Elektro, die Mikrochirurgie am Herz der Ekstase, gepaart aber mit einer im Housebereich durchaus ungewöhnlichen Neugier an "traditionellen" Klängen. Hier treffen alte arabische Lieder auf brettharte Bassbeats, hier fließen italienische Melodramen durch knisternde Rhythmusbetten, hier vermählt sich tiefster Ambient Techno mit politischen Ansprachen aus den 70er Jahren.

Heraus kommt elektronische Tanzmusik von einer massiven Zartheit, eigentlich eher einer Zärtlichkeit allen Klängen gegenüber. Denn Kadebostan zerbröselt nie sein altes Klangmaterial im dekonstruktivistischen Sampling-Steinbruch, sondern verschafft ihm voll Respekt und Liebe ein neues, bebendes Gewand. Hier ist kein Frickler am Werk, sondern ein vielseitiger, kluger Geist, der die weißrussische Strassenband genauso schätzt wie den Deepbass-Kick um sechs Uhr in der Frühe. Und der es auch noch schafft, diese Gegensätze mit einem Schuß selbstironischem Kitt bestens zu vereinen.

Mit dieser Mischung hat sich Kadebostan in den letzten Jahren in die erste Liga der Djs und Live-Acts empor geschwungen. Die Gold Retrospektive nun versammelt 12 bisher auf Vinyl veröffentlichte Tracks aus den Jahren 2007 bis 2012 auf einem goldgefassten Longplayer, der auf dem Dancefloor genauso zuhause ist wie am geneigten Ohr daheim. Die Reise führt dabei von der streichergelagerten Verbeugung vor Fela Kuti im einführenden "Entroducing" bis hin zu elegisch-knackigen Impressionen aus Caracas. Und wer nicht an die Kraft arabischer Klänge glaubt, der höre sich den großen Pauken-Kracher "Mon petite soleil d'Algérie" an, und erbleiche vor Glück.




TRACK INFORMATIONEN

01. Kadebostan - Entroducing Kadebostan (FAT 036, 2008, B1)

Ein Quasi-Manifest des Künstlers zur eigenen musikalischen Identität: melancholische Streicher, leicht frickelige, dennoch klare Beats und Samples aus einer politschen Ansprache von Fela Kuti verbinden sich zu einer komplexen, klugen Ode an die musikalische Offenheit und Neugier.


02. Kadebostan - Love in Looxor (FAT045 2009, B1)

Mit verhaltener Geschwindigkeit, dafür umso vehementer vorwärts drängende Elektronik-Beat-Hypnose von wahrhaft ägyptischer Schönheit, unterfüttert durch dezent eingesetzte Geigenarrangements und langsam dahin ziehende Klangwolken.


03. Kadebostan - Ruff Dancer (FAT 036, 2008, A1)

Höchst opulente und auch einigermaßen gewagte Mischung aus knochentrockenen Bassbeats und einem theatralischem Klassik-Wumms, der dem unwiderstehlich sich entwickelnden Bewegungsdrang die richtige Größe verleiht.


04. Kadebostan - 5.15 am (Fenou05, 2008, A1)

Entstammend aus einer schönen EP mit dem Namen "Grand Theatre", ist 5.15am genau dieses: großes Theater, große Emotion und raumgreifende Bewegung für die blaue Stunde, eine knackig-elektronische Liebeserklärung an die Oper wie auch den tiefen Bass-Kick um 5:15 Uhr in der Früh.


05. Kadebostan - The Souk (Fenou10, 2010, A1)

Ein hosenbodenerhitzender Tanzflächentrack wie aus dem Märchenbuch: fremdartig-schöne arabische Melodien drehen sich auf einem treibenden, komplexen Oriental-House-Beat und bieten alle paar Sekunden neue, nie gehörte Klangspezereien an.


06. Kadebostan - Sofia on stage (Fenou05, 2008, B2)

Melancholisches, rastloses, elektronisch knisterndes Nebelbild der goldenen Stadt am Iskar, fein ziseliert und gestaltet in seiner Zartheit und komplexen Klangtiefe.


07. Kadebostan - Caracas Soul (FAT 032, 2007, A)

Träumerisch-massiver Deephouse-Juwel von Kadebostans Debut-EP. Ein langsamer, energetischer Track voll tropischer Hitze und nächtlichem Großstadtflimmern.


08. Kadebostan - Mon Petit Soleil D'Algérie

Deftiger, zwingender und ziemlich einzigartiger Rammbock von einem House-Song, zum Clubwände einreißen und Tänzer zum Schreien bringen: ekstatischer Pauken-Rave, übermalt von himmeljauchzenden arabischen Schmachtharmonien und knarziger Untergrund-Elektronik.


09. Laolu - O fantasma - Kadebostan Tigercity Remix Part 3 (Fenou)

Extrem cleane, trockene Sounds gesellen sich in diesem Remix zu träumerischen Melodien und fernen Heranwehungen vollmundiger Folkloresamples. Die Klarinette spielt Kadebostan.


10. Kadebostan - Batalla en el cielo (Fenou05, 2008, B1)

Ein weiterer zartschmelzender Track aus Kadebostans "Grand Theatre"-EP: aus einer mexikanischen Sehnsuchtshymne wird ein langsamer, tief dröhnender Deephouse-Track voll untergründiger Energie und Verlangen.


11. Kadebostan & Laolu - Salomé - Kadebostan Version (Fenou15, 2011, A1)

Aus der Zusammenarbeit mit dem in Nigeria verwurzelten Schweizer DJ-Kollegen Laolu entspringt eine ebenso elektronische wie elektrisierende Version des Salome-Themas: in einem sanft umhüllenden Bett aus Streichern badet eine sehnsuchtsvolle Stimme, stetig voran getrieben von trockenen Beats und abgrundtiefen Bassläufen.


12. Kadebostan - Mother Cries (Bonus)

Eine elegisch-melancholische Klangsinfonie, fein und unendlich wie kristallisierte Zeit: mit sanften Streichern, knackig-zartem Rhythmus und melodischen Cello-Piano-Obertönen.