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Marian
Only Our Hearts To Lose
FATCD/LP 005

 

CD/LP RELEASE: 13.06.2011

DISTRIBUTED BY KOMPAKT

DIGITAL RELEASE: 17.06.2011

DISTRIBUTED BY FINETUNES

01. For you
04:16
02. Letter
04:29
03. Forever
04:22
04. Passengers
05:22
05. Picture
04:56
06. Left (FM Version)
03:49
07. Empty Room
04:04
08. You & Me
05:19
09. Clouds
04:42
10. Someone
04:37
11. Nothing
05:15
MUSIKINFO

Seit einiger Zeit bemerkt man: die Techno-Welt öffnet sich, läßt frischen Wind aus Jazz, Pop und Vocal in ihr Fenster wehen, und verleiht dafür auch umgekehrt sehr gern der Popularmusik eine leckere Portion feine, elektronische Emotion. Der langjährige Freude-am-Tanzen-Künstler Marek Hemmann gilt seit seinen ersten Veröffentlichungen zu Beginn des Jahrtausends sowieso schon als großer Klangromantiker unter den Techno-Livemusikern. Und ist damit erster Kandidat für musikalische Integrationen. Dass dies keinesfalls Club-Kompatibilität und Tanzbarkeit entgegen steht, zeigen seine Veröffentlichungen als Solist wie auch im Duo Hemmann&Kaden. Der typische Hemmann-Sound ist ein reduzierter, housiger Elektroklang, oft schwebend, manchmal melancholisch, immer aber mit einer traumwandlerischen Sicherheit im Setzen von Rhythmusakzenten. Clubgänger in ganz Europa wissen das ebenso zu schätzen wie zu remixende Kollegen von Oliver Koletzki bis Trentemøller. 2009 veröffentlichte Hemmann mit „In-between“ sein Longplayer-Debüt, und eröffnete damit die Ausweitung der elektronischen Soundstories auf Albumlänge.

In Sänger Fabian Reichelt fand Hemmann dabei einen Bruder im Geiste. Reichelt war lange eher im akustischen Bereich zuhause, und kam erst mit 25 in elektronischen Gefilden an. Als Live-Vokalist ist er im House- und Techno-Bereich bis heute eher eine exotische Pflanze, und wohl deshalb auch so umtriebig. Er könne, sagte Fabian Reichelt einmal, direkt an der Menge „seine Hurra-Atome auf Kommando in Schwingung versetzen“. Auch Herr Hemannn ist einer, der - das Powerbook immer im Anschlag - mit wohlgezielten Beats und Klicks sein Publikum schier zur Raserei bringen kann. Schon mit ihrer ersten Zusammenarbeit, der 2010 erschienenen Hemmann-EP Left/Right, landeten sie gemeinsam einen veritablen Sommerhit.

Als Marian, in Harmonie vereintes Duo, findet diese Arbeit an der melodischen Kombination Elektronik-Gesang schließlich ihre Fortsetzung. Das erste Album "Only our hearts to lose" ist Musik, die weiter geht als vom Dancefloor bis zur Bar. Es ist Musik, die Platz lässt für eigene Gedanken, die Geschichten erzählt und zurückkehrt klassischen Song-Strukturen, ohne die eigene Ästhetik aufzugeben. Ja, es ist Popmusik, im besten Sinne: elektronisch, melodisch, treibend, und natürlich absolut clubtauglich. Denn im Club sind Marian groß geworden, und er ist heute wohl der spannendste Ort für den neuen Pop. Weil hier einhelligste, tanzfreudige Musikleidenschaft wohnt und eine Menge, die direkt Antwort gibt auf die Vorgaben in Beat- und Textform. Und es damit nur vorwärts gehen kann. So ist "Only our hearts to lose" ein schönes, schillerndes Wesen zwischen Club und Balkon, zwischen zartem Sonnenaufgang und tiefster Tanz-Nacht.




TRACK INFORMATIONEN

1. For you
Ein Liebeslied, ganz klar, aber was für eins: aus den tiefsten Tiefen dröhnt ein Subbass herauf, arbeitet sich empor, wird von Cello-Klängen empfangen, um sich schließlich in einen bittersüßen Midtempo-House-Dance aufzulösen.

2. Letter
Geradelinige, mittelschnelle Beats, getragen von einem warmen, tiefen Bass, bilden das Gerüst für diesen eher sanft-melancholischen Song. Eine tiefe Jazzorgel, Bläser und rückwärtige Streicherschleifen (George Martin läßt grüßen!) sorgen für melodiöse Tanzbarkeit.

3. Forever
Da setzt sich ein mächtiger Rhythmuszug in Bewegung. Klassischer, minimalistischer House, mit einem schnellen, monotonen Bass, scharfen Beats, und einer darüber schwebenden Stimme.

4. Passengers
Ein tranciger, mit weltalltiefen Halleffekten arbeitender Ambienthouse, sehr reduziert, sehr spacig, und Fabian Reichelts Vocals in drei Stimmlagen zwischen Oberton und beschwörendem Mantra-Brummen.

5. Pictures
Rhythmus-Hypnose pur: mit sehr knapp sitzenden, scharfen Beats, einem untergründigem Monsterbass, und ewig sich drehenden, hypnotisierenden Synthies. Fabian Reichelts Stimme sorgt für heftigstes Mitwippen.

6. Left (FM Version)
Die Kurzversion des Hemmann/Reichelt-Debüts von 2010, ein echter Tanzboden-Kracher, mit stampfendem Beat, zackigem Schlagwerk und dröhnendem Schwebebass, eingerahmt von modulierten Streicherarrangements und Reichelts Stimme.

7. Empty Room
Das Tempo zieht an, die zackig-nervösen House-Beats wetteifern mit der Stimme, addieren und verschlingen sich in schönster Komplexität, und entwerfen über einem kaum hör- aber umso mehr spürbaren Magengrubenbass ein vielfarbiges Gemälde mit heftigster Kopfnickerqualität.

8. You & Me
Ein ganz aus repetitivem Schlagwerk aufgebauter Song, der buchstäblich auf die Pauke haut: treibend, dröhnend, in der zweiten Hälfte mit Synthie-Anklängen an klassische 80er-Elektronika und Vocal-Ästhetik.

9. Clouds
Ein ganz typischer, schwebender, schneller Hemmann-Sound, über einem zackig-klaren House-Rhythmus baut sich unmerklich eine ganze Phalanx von Instrumenten auf, von den Bongos bis zum Tambourin, immer aber eindeutig und reduziert, repetitiv, Schleifen bildend, und zusammen mit Reichelts Stimme schön wie ein warmer Frühlingsmorgen.

10. Someone
Reichelts melancholische, sich dehnende Stimme dominiert diesen Song, verschmilzt mit den Synthies, wird getrieben vom mittelschnellen Beat, vom gezupften Gitarrenstakkato und den warmen melodiösen Bässen.

11. Nothing
Ein großes Dub-Epos zum Abschluss, das vom supertiefen, knackend gebrochenen Subbass sich langsam, aber zwingend erhebt in düsterschöne Synthiemeliodien, mit knisternden Hihats und Reichelts vervielfachter melancholischer Stimme aus den Tiefen des Alls.