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Ian Simmonds
The Burgenland Dubs
MKCD/LP 003

 

VINYL RELEASE: 10.08.2009

DISTRIBUTED BY KOMPAKT

DIGITAL RELEASE: 14.08.2009

DISTRIBUTED BY FINETUNES

1. Non Military Intro
00:35
2. Sands Of Tunis
05:09
3. The Esel
07:10
4. Rootz (Album Version)
06:35
5. The Castle Dub
07:24
6. Diver
05:20
7. Speak
07:08
8. The Dog
05:26
9. Kon 1
06:33
10. Downhome
05:57
11. Dance Of Dances
06:16
12. According Too
06:09
13. Wendelstein Variations (Album Version)
07:43
MUSIKINFO

Es gibt Geschichten, die wie ein kleines Märchen musikalische Entsprechung finden. Der geschätzte Ian Simmonds, der sich derzeit als Sänger und Poet auf Tour in Japan mit einem 18-köpfigen, japanischenImprovisations-Orchester befindet, welcher unter seinem bürgerlichen Namen und als Juryman für dieinnovativsten Schübe hinsichtlich neuer Wege in der elektronischen Grenzgänger-Musik verantwortlich ist,verlässt 2005 London, um in der ostdeutschen Provinz, im beschaulichen Jena in Thüringen ein neues Kapitelaufzuschlagen. Seine Wurzeln liegen in der elektronisch-innovativen britischen Szenerie in der ersten Hälfte der 90iger jenseits des Rave. Er ließ auf seinem 2000er Glanzwerk "The Hill" Alison Goldfrapp elfengleich vocalieren, duzt und trifft sich mit Größen der Musikwelt etc... schließlich sucht er den Neuanfang auf deutschem Festland. Seit 1995 hat er Kontakte und Freunde gewonnen in Jena und ist häufig gebuchter Artist im Club Kassablanca. Er ist immer mehr vom klangkreativen Spirit der Stadt und den liebgewonnenen Musikschaffenden der Regionangetan und entscheidet sich für ein ehrenvolles "Untertauchen" in ein neues, kreatives Abenteuer mit frischerInspiration. Relikt dessen ist seine Live-Jazz-Poetry Band Wise in Time (CD "The Ballad of Den the Men" CrammedDiscs) mit entsprechender Tour, sowie Vinylreleases auf Musikkrause. Nach 2 Jahren in Jena, braucht Ian einen gänzlich neuen Raum für die Realisierung eines neuen, eigenen Albums. Durch den Tip eines Freundes, der einen Burgherren kennt, findet er den perfekten Platz: die alte Burg Wendelstein inmitten des Weinanbaugebietes Unstrut-Tal im Burgenland (Sachsen-Anhalt). Er mietet sich zum Spottpreis ein und beginnt als Landlord unter dem Einfluss von altem Gemäuer und faszinierender Natur an der Arbeit zum Album "The Burgenland Dubs", nachdem er sich sein Studio eingerichtet hat. Unter der Diktaturfehlender Heizung, morscher alter Fenster, zweier harter Winter mit Eiskristallen im Bart beim Aufwachen, werkeltder Burgvogt Simmonds uneingeschränkt inspiriert und atemfrei wie seit 20 Jahren nicht mehr, in dieserbesonderen Atmosphäre.

25 grad was the coldest I have everbeen...this was a special time for me, a special experience and I think you can hear it in the music. Tobe that deep in nature and theatmosphere of the castle wasprofound for me , very inspiring. For thefirst time in more than 20 years I couldreally think space, you know, breathe, make a plan.. I am at thepoint in my life where that isimportant." (Ian Simmonds)

Wie ein Weltreisender im Geiste schuf Simmonds ein Werk voll maritimer Dimension, rhythmischer Materie,lyrischer Momente, dramaturgischer Beatverzauberung und orchestralerAusstrahlung, ohne dabei der Monumentalitätsfalle der Überfüllung ins Netz zu gehen. Das wie- aus-einem- Guss und Stilvielfalt sich hervorragend vertragen, beweist diese swingende akustische Reise traditioneller Instrumentierung gepaart mit Errungenschaften elektrischer Klangkultur. Ian Simmonds scheut sich dabei nicht vor einer offenkundigen Verortung in der afroamerikanischen Musiktradition und historischen Sujets aus anderen musikalischen Sitten und Bräuchen. Dabei entsteht ein Perpetuum aus gleichzeitig Synthese und Ablegen konkreter Referenzen. Ein Mekka für Soulbrüderund Jazznovizen, entschlüsselt sich genauso aus dem Klangreichtum, wie die Motive britischer Break'n'Step Gesinnung samt Downbeat- Inseltum, Klassik und Soundtrack Verortung, sowie die Tiefeund Geradlinigkeit von Klängen aus Detroit. Scheinbar zusammengehalten von der Urbasis des Funk und Jazz, liegen Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart dicht eingewebt in einer Materie der Moderne. Angefangen hat alles mit der außergewöhnlichen Combo The Sandals (1992-94), welche Wucherndes in der damaligen Brit- Insel- Clubinnovation vorwegnahm. Als Jurymann begann er die Schnittmengen moderner Musik mit Tradition auszuloten. Es entstanden unversiegbare Produktionenin Form von 12", Remixen und Alben auf renommierten Labels wie SSR, Ntone, !K7, Pussyfoot, G-Stone,Compost Records, Poets Club, JCR und Crammed Discs. Seine Diskografie gehört zum zeitlosen Innovations- Entertainment im Grenzbereich von Forschung und Leidenschaft.

Ian Simmonds Album "The BurgenlandDubs" ist das bisherige simmondscheQuantum-Prost mit menschlichem Weitblick und Ethos. Entstanden in einer Burg im idyllischen Weinanbaugebiet im Unstrut-Tal pinselt Simmonds ein bewegendes Manifest für Heim und offene Tanzfläche, gegenstilistische Prüderie. Im guten Sinne massenkompatibel ohne Massen -elektronische Weltmusik ohne World voneinem Mann von Welt für die Welt.




TRACK INFORMATIONEN

1.Intro

Völkerverständigung durch die Kraft der Musik ohne Säbel und Musketen – die Welt ist genug, für jeden eine Burg.

 

2. Sands of Tunis

Wie wird der Klang des Orients der Eso-Atmosphäre einer Reisepostkarte enthoben? Simmonds verbindet Abend- und Morgenland mit Arab-Funk zu einem hypnotischen Sehnsuchtskörper aus Rhythmen, Stimmen und Melodien.

 

3. The Esel
Afro- Beat und Brit- Break im virtuosen Taktspiel, gewidmet dem „störrischsten“ Tierkumpel auf Erden. Mit ehrzählerischem Timbre erdet Simmonds dabei die Beatorgie.


4. Rootz

Ein zart swingendes Filet wiegt einen in die Obhut der samtenen Poesie. Man hört die Geschichte und den Augenschein seines Lebens in Ian’s Stimme.

 

5.The castle dub

Ian lädt auf die Burg zum Workshop mit diplomierten Drummern. Ein global gedachter mediterraner Kontext von Tanz der nicht nur Marsch bedeuten soll.

 

6. Diver

Eine Hookline der Gelassenheit jagt die George Benson Gitarre hin zu einem transkulturellen Feingefühl der Klangforschung. 

 


7. Speak

Fesselnde Magie und Erhabenheit von Sprache und komplexen Schlagwerk treffen auf die kosmopolitische Kultiviertheit des Akkordeons. Dabei entwickelt Simmonds eine Formel für Vertracktsein zum Groove.

 


8. The Dog

Körperjazz der Kulturen- Trauer muss Hoffnung weichen, Tränen kapitulieren vor dem Lächeln. Ein Movie der Bewegung gedreht in meditativer Geisteslandschaft voll zuversichtlicher Dunkelheit.

 


9. Kon 1

Eine Exegese der Nachdenklichkeit treibt einen gemach durch die Straßen. Melancholisch verträumt wird mit Besen und Jazzgitarre unter der Rigidität eines 100bpm Treters ein heilsamer Schatten auf der Seele gelegt.

 


10. Downhome

Nach diesem clubaffinsten Track aus der Simmonds Feder bisher ist man wirklich down, körperlich versteht sich. Der Geist ist dabei voll wach und erfreut sich immer noch an der Musikalität des Tanzbodens.

 


11. Dance of Dances

Mit einem elektrischen Cembalo wird eingeleitet in eine Groovemaschine voller Reminiszenzen aus scheinbar Gegensätzlichem samt treibender Claps und Patterns.  

 


12. According too

Spiritualität war schon immer eine Tugend des guten Jazz. Hier werden keine Döntjes erzählt, die Wahrhaftigkeit dieser Komposition lässt den Hörer transzendental in sich selbst hineinhorchen.

 


13. Wendelstein Variations

Ein episch federndes Jazzgrundgerüst auf House-Basis lässt Plastikpalmen blühen. Es entstehen pulsierende Schwingungen aus Extravaganz mit Zigarren/Whiskey gegerbten Black- Poetry Firmament und unwiderstehlicher
Performanz der Rhythmik.